Sonntag, 26. April 2009

Pest


Am Freitag kam ich zur Arbeit und eine Mitarbeiterin wollte mir keinen Begrüßungskuss geben. Frag ich sie: Bist du krank? Und sie lächelt nur.. Dann kommt eine weitere Kollegin aus dem Fahrstuhl mit Mundschutz. Ich: Bist du krank? Und sie lächelt nur... Dann kommt mein Chef und gibt mir die Hand. Ich frage ihn: Hast du Einfluss (Influencia anstatt Influenza)? Er berichtigt und lächelt nur...

Heißt bis zum Nachmittag denke ich, dass hier halt ne kleine Schnupfenwelle das Land heimsucht. Als die Sekretärinnen den ganzen Tag fast nichts anderes zu tun hatten, als auf der Couch zu sitzen und über die Influenza zu reden habe ich mir dann schon mehr Gedanken gemacht. Später versammelte sich die gesamte Belegschaft um ein kleines Radio um die neuesten Sicherheitshinweise und Nachrichten zu hören. Und eine halbe Stunde wurden wir nach Hause geschickt mit dem Hinweis, am Wochenende am besten nicht das Haus zu verlassen. Als ich dann auf dem nach Hause-Weg die ganzen Leute in Mundschutz sah, wurde mir dann doch der Ernst der Lage bekannt...

Ist ja auch super, dass das hier von 0 auf 100 geht: Viele Bars und Diskos sind geschlossen, in der Metro wird Mundschutz verteilt, in den Nachrichten kommt nichts anderes mehr. Aber alles erst seit Freitag...Wie schön dass ich die zwei Tage auf einer Kunstausstellung und einem Konzert war. Also genau das, was man halt dringlichst unterlassen sollte...

Vorbereitet auf alle Etwaigkeiten haben Kris und ich ein Anti-Schwein Grippe-Wochenende eingeleitet. Hier die Liste:

Obst gekauft: Mango, Guave, Wein
Dosen eingekauft (falls es wegen Plünderung bald nichts mehr gibt)
Zombiefilm geguckt (man weiß ja nie, wie sich das Virus weiterentwickelt, ne?:)
Mundschutz geholt
Sport gemacht
Limetten für Limettentee gekauft
und.. Tür zu!

** La fiebre de los puerquitos no es una cosa que quería experimentar aquí en DF.. Pero bueno, hay que tener cuidado (Llevar Cobrabocas, Evitar masas de gente, Comer frutas...) y no pasa nada **

Sonntag, 12. April 2009

Im Norden von Mexiko Stadt

Meine Chefin (ich soll sie doch bitte "Amiga" -Freundin- nennen) hat mich sogleich ihrer Familie in Tizayuca vorgestellt. Ihr Vater ist Buchbinder, was ich ja mal wieder sehr interessant fand. Nichts maschinell hergestellt, alles von Hand gebunden und vergoldet. Gilt hier noch als Kunsthandwerk. Vielleicht kann ich demnächst auch mal selbst kunsthandwerkeln..Schnell wird man hier in Familien eingeladen. So hab ich auch ihre Mutter und die zwei Hunde kennen gelernt; wir sind mit ihren Schwestern losgezogen und vielleicht verbringe ich demnächst mal ein Wochenende mit ihnen in Querétaro (anscheinend hat sie mein Blick beim Thema Weltkulturerbe überzeugt*g). Wir sind ewige Kilometer gefahren: über Pachuca (da steht eine Uhr auf dem Marktplatz, bei dem die Leute um 1900 zu doof waren, die römische 4 richtig zu schreiben. So hat sie auf allen 4 Seiten Uhrenblätter mit einer IIII :), nach Real del Monte (eines der "Pubelos mágicos" - die zauberhaften Dörfer; mit vielen bunten Häuschen, leckeren Pistazienständen und Pastes, so Backwaren mit allem Zeug drin. Sehr lecker) und Huasca (dort gibt es einen Ökotourisms Park. Ich steh ja nicht so drauf, aber die Paddelbootfahrt war wirklich lustig. Besonders, weil Vanessas Schwester ganz hinten im Boot tierische Angst hatte und 30 Minuten lang rum geschrien hat).

Ein weiteres Highlight durfte ich am nächsten Tag mit meinem neuen Kumpel Octavio besichtigen: Die Tempel von Teotihuacán (Oder Tittytown, wie Andy es so schön nennt...Obwohl nicht mehr viel Town übrig ist. Temperaturbedingt konnte man aber schon einige Titties antreffen*g). Wir waren leider an einem mega Touritag dort. Heißt eine Stunde für den Sonnentempel anstellen. Ich meine blasse Röte im Gesicht wieder etwas aufgefrischt haben wir uns auf den Weg an die Spitze gemacht. Was ein Blick: auf den Mondtempel, die Reste der Mauern und Häuser der ehemaligen Hochkultur sowie auf die Überbleibsel des Opfersteines. Denn, die Leute von Teotihuacán beteten halt die Sonne an - deswegen auch der schöne Tempel. Da die Sonne jede Nacht den Kampf um den Tag gegen die Nacht verliert, verliert sie auch jede Nacht ziemlich viel Blut dabei (is ja auch immer wieder ein harter Kampf, nech?). Deswegen opferten die Leute früher Menschen, um der Sonne wieder Blut zuzuführen, auf dass sie auch ja wieder aufsteige. Bevorzugt waren übrigens Krieger und Jungfrauen. Frag mich nur, wie die das mit der Reproduktion angestellt haben.

** Expedición al norte de DF - junto con mi jefa/amiga con sus hermanas estuvimos en Pachuca, Real del Monte y Huasca. Otro punto culminante era el día en Teotihuacán. Que impresionante los piramides! **

Montag, 6. April 2009

Guadalajara

Meine liebe Freundin Katharina habe ich gleich mal in Guadalajara besucht, die zweitgrößte Stadt Mexikos. Samstags Morgens nach einer 7stündigen Fahrt angekommen konnte ich gleich noch ein Stündchen Schlafen. Kathi war nämlich schon die letzten zwei Nächte weg gewesen. Viva México. Dann schnell mal frühstücken. Auf das zermatschte Bus-"Club"-Sandwich hatte ich dann nicht soo Bock. Geile Sache: Torta ahogada (Brot mit Fleisch drinnen und in ganz viel Salsa "ertränken"), Mole (sone geile Soße), Pollo con Chocolate (Huhn mit Schokosoße, schmeckt besser, als es sich anhört)...Dazu halt immer frisch gepressten Orangensaft zu allem.
Eine SUPER Idee hatte ich dann, als Kathi ihre Eltern angerufen hat und ich mich derweil in die Hängematte gepackt hab. Eine Stunde später war ich krebsrot und bis heute Montag, 3 Tage später) kann ich noch keine Taschen tragen..So bin ich dann immer an Kathis Seite lang gehumpelt (Reibendes T-Shirt auf gereizter Haut)-nach Tlaquepaque (einem schönem Kolonialviertel), ins Zentrum zum Weltkulturerbe dem Instituto de Cabañas, auf einen Artesanía-Markt...und bald war auch schon die Zeit rum..denn mit einem durchfeierten Wochenende kann man nicht viel Sightseeing ranhängen. Achja, apropos*g Mexikanische Nächte gehen so: Mit Privatparty und Pizzaessen gehts los. Viele Leute kennenlernen ist angesagt. Denn jeder bringt so irgendwen mit. Dann auf die nächste Privatparty von Freunden, die niemand kennt. Geil auf dem Dach von irgend sonem Gebäude mit schönem Ausblick auf die Stadt. Dann verabschiedet man sich (von niemandem) auf einen Margarita in der nächsten Bar. Irgendwie haben wir alle Leute verloren und waren nur noch mit Leuten zusammen, die nur "entfernte" Freunde waren (ein Freund der Freundin eines Freundes von Kathi). Der eine irgend son toller Fußballer. Der brachte uns dann in einen Club, wo wir mit dem Clubchef tanzten, keinen Eintritt bezahlen, Getränke umsonst bekamen (natürlich musste jeder mit den "Deutschen" einen Tequila trinken. Also waren das doch eine beächtliche Menge am Ende des Abends)..Musik war gut, die Leute lustig drauf (natürlich am lustigsten Kathi, die es irgendwann vorzog, in der VIP-Ecke barfuß zu tanzen) und so landet man befriedigst von Eindrücken und Partynebel im Bett. Ach und dicken Tipp: Unbedingt eine dicke Decke oder sowas in die Busse hier mitnehmen. Anscheinend ist es cool, den Bus auf -10 Grad zu stellen. Hätte mir meine Mitbewohnerin das vorher nicht gesagt, hätte ich glaub ich diese Nacht nicht überlebt vor lauter Blutrausch auf Fahrer wegen halbem Kältetot..
PS: Ich habe wirklich 3 Dinge ausgemacht, die ich kulinarisch NICHT mag an Mexiko.
1. Papaya
2. Gabanzos (Kiechererbsen, die ich in Madrid nie probiert habe)
3. das Widerlichste überhaupt: Tapache! Nach Bier schmeckendem Eis. Das Bier ist noch nicht gegärt oder so..Schmeckt auf jeden Fall zum kotzen (siehe Bild)

**Estaba en Guadalajara y me encantó. No sólo que pude ver a mi gran amiga Kathi ahí, también la ciudad y la comida me gustaba muchíssimo. Bueno, menos Tapache...**

Donnerstag, 2. April 2009

Himmel

Komme grade von meiner ersten richtig coolen Party (das am Donnerstag, ich erkläre später, weshalb). Für alle was dabei: Alle Rock-Katjas hätte die Band gefallen, allen Pop-Stefans die Depeche Mode-Kylie Minogue Mixe und allen House-Svens der Rest. Ich war VIP nech? An einer Schlange vorbei, hoch ins Extraabteil, Freigetränke (leider hab ich das zum Schluss rausbekommen *bzeee). Tja, so ist das als toller Stadtmarketer...Und damit zu meiner eigentlichen Message: Ich bin im Arbeitshimmel angekommen. Warum genau zeigt die folgende Top-5 meiner Lieblingsfacetten meiner Arbeit:

5. Ich habe eine zuckersüße Chefin, mit der ich heute Mittag essen war und ich sowieso den ganzen Tag nur am feiern bin.

4. Arbeitsmäßig hab ich bis jetzt noch nicht wirklich Aufgaben. Habe mir vorgenommen, eine Präsi vorzubereiten, um den Mexikanern hier den deutschen Markt näher zu bringen. Ansonsten werde ich demnächst wohl alle Abteilungen der Promoción Operativa durchlaufen. Sehr cool.

3. Wie geil ist das eigentlich, im Stadtmarketing von Mexiko Stadt zu arbeiten? Gerade stehe ich den halben Tag auf einem Kongress herum, zu dem 30000 Studenten aus Mexiko eingeladen sind, um über Gott und die Welt zu diskutieren (das war jetzt kein Spruch, bei einer Diskussionsrunde ging es um Abrtreibung und sowas) und nebenbei kommen auch irgendwelche Auftritte von Komikern, die nicht ganz soviel mit dem Thema zu tun haben, pues bueno, Mexikaner wollen halt unterhalten werden.

2. Frauen reden mehr als Männer...und Mexikaner noch mehr*g Mein 8-12h Tag besteht daraus, 2 Stunden mit der Sekretärin zu quatschen, 1 Stunde mit der Polizistendame, 1 Stunde mit dem anderen Praktikanten, 1 Stunde mit meiner Chefin, 1 Stunden mit irgendwelchen anderen...Mein Spanisch ist dadurch in kürzester Zeit ziemlich geboostet worden. Zur besseren Vorstellung stellt euch einen Chinesen im deutschen Chinatempel vor. Spricht flüssig, klingt aber komisch. So etwa.

1. Wie gesagt die Party von heute Abend. Heute und morgen Abend von irgend sonem Radiosender für die Studenten organisiert. Was aber eigentlich richtig cool an der Party ist: Die gesamte Chefetage sitzt und tanzt mit!! Soll ziemlich oft hier Partys geben, wo sich alle treffen. Find ich ja mal richtig geil wa?!?!

Achja, und 0. Alle wollen mir alles zeigen. Der eine seine Familie, der andere deutsche Restaurants, meine Chefin irgend so ein Dorf im Norden, der nächste Teotihuacán...

**mis primeros dos días en el trabajo estaban guay. No sólo mi jefe es muy chula, también la otra gente de mi departamento está muy amable. Este noche por ejemplo yo con muchos de mis colegas fuimos juntos a una fiesta-no me cobraron la entrada, habían bebidas gratis y muy buena música**

Dienstag, 31. März 2009

México - OMG

... es war mitten in der durchdringendsten Wüste. Die Sonne brannte auf der Haut und die wenigen Kakteen gaben nicht genügend Saft um sich den immer tiefer in den Körper hinein fressenden Durst stillen zu können. Etliche Gefahren und Stunden der Verzweiflung geißelten den Weg. Kojoten, Jaguare, Bären, Skorpione.. Und dort! Ein Adler auf einem Kaktus, eine Schlange im Schnabel. Wie anmutig reißt er das Teufelstier...

Und das war das Zeichen, worauf sich die Azteken in Mexiko Stadt ("DF") niederließen, Tenochtitlan gründeten, große Opfertempel bauten und den den Grundstein legten, für mein großes Abenteuer in Übersee..(den Kraken findet man nicht wirklich hier, der ist aus der Nordsee und im Stralsunder Aquarium zu finden. Ich glaube, hier wären die Viecher um einiges größer...)

Und die Stadt hat mich sofort in seinen Bann gezogen. Coyoacán, Santa Fe, San Angel, Condesa..alles Stadtteile mit beeindruckender Architektur. Und ist die Architektur mal nicht so schön, dann werden die Häuser einach bunt angemalt und schon wieder hat es seinen Charme. Ich hatte großes Glück zu Beginn meiner Reise. Meine gute Freundin Katharina kam extra aus Guadalajara angereist, um mir die Stadt zu zeigen, mich mit Freunden bekannt zu machen, die wichtigsten Sachen zu organ. Und zudem hat sie mir eine Zimmer bei einer Freundin von ihrbesorgt, der Sandra, in dem ich wirklich mal upper class nach mexikanischem Standard untergebracht bin. Katharian, un beso enorme por toda la ayuda!
Sie zeigte mir natürlich auch die wichtigen Nahrungsmittel hier: Pozole (Maiseintopf), Aguachile (scharfeingelegte Shrimps), Flauta (fritierte Teilröllchen mit Guacamole), Quesadilla (Tortillas mit Käse und Fleisch) und und und mampf mampf mampf. Sooooo geil. Könnte mich immer wieder in meinem Teller der vor mir steht suhlen vor lauter geilem Geschmack. Die stehen hier ja voll auf Koriander nech? Ist nicht jedermanns Sache; ich muss mich auch noch ein wenig dran gewöhnen. Aber wenn einem danach nicht ist, nimmt man halt eines dieser mega fruchtigen Eissorten. Als Smoothie, Eikugel, Eis mit Schokolade oder Früchten, Slush...

Was einfach mal krass ist, ist der Prunk, der hier an einigen Stellen zu finden. Im Museo de Bellas Artes sind die bemalten Wände von Francisco Riviera (Ehemann von Frida Kahlo und einer DER Künstler Mexikos) von Protz umgeben. In der historischen Post alles aus Gold und Mamor. Der Stadtteil Santa Fe besteht aus modernsten Hochhäusern und Malls. Die Innenstadt mit all seinen Kolonialbauten.
Und daneben dann kilometerweite Armutsgegenden. Was halt das gefährliche an DF ist-man muss wissen wo man sich aufzuhalten hat und wann es besser ist, ein Taxi zu nehmen. Und am besten keine Drogen nehmen, um nicht in die Bandenkriege zu geraten*g Ein zweiter Wermutstropfen ist, dass man sich auf die Polizei nicht verlassen kann. Man sagt sich hier: Hast du ein Problem, ruf nicht die Polizei, denn dann hast du ein zweites. Ist schon eine Umstellung, die Polizisten hier nicht als Helfer anzusehen. Höchstens um kurz nach dem Weg zu fragen. Katharina hat von einem Freund erzählt, dem die Polizisten auf dem Revier Drogen untergeschmuggelt haben, um ihn damit zu erpressen. Oder sie arbeiten mit den Drogenleuten zusammen. Nicht, um das Problem zu bekämpfen, sondern um die Leute zu erpressen, die an den "falschen" Dealer geraten sind.

Aber sonst ist hier halt immer was los, an jeder Straßenecke Musik, Straßenhändler, viele Museen, Wände bemalt...Am Sonntag war ein riesen Konzert auf dem Zócalo (dem großen Markt hier, mein drittes Weltkulturerbe, auf dem ich gefeiert habe neben dem Stralsunder und Bremer Marktplatz:). Asian Dub Foundation war eine der Künstler, die zu einer tanzenden Menge (nicht mit Deutschland zu vergleichen, wo vielleicht die ersten 5 Reihen mitmachen) auflegten. Was eine Wärme bei den Massen. Und was ein Mariuhana Geruch:) Dabei gibts hier auf Drogenkonsum bis zu 25 Jahre Haft.. Zumindest war einer der Veranstalter des Konzerts das Secretaría de Turismo de Df-mein Arbeitgeber, bei dem ich morgen anfange. Hoffe, dass bis dahin meine Koffer da sind...

** Mi primer fin de en México DF. Y que me encanta la ciudad! La arquitectura, la gente, la fiesta y por supuesto: la comida! El domingo esuvimos en una fiesta en Zócalo (la plaza central de DF), organizada entre otros de la Secretaría de Turismo de DF - mi futuro empleador**

Donnerstag, 5. März 2009

BeNeLux - Ein "kurzer" Abriss

Die Welttournee wurde krankheisbedingt in geometrischer Ausdehnung gebremst. Dennoch haben Andy und ich urlaubstechnisch nicht zurück stecken wollen und die geplante Chinatour durch eine Tour durch die Benelux-Staaten ersetzt. Also, bevor es bei mir im April nach Mexico losgeht, erwarten uns Antje in Holland, viel Welterbe und Schokolade in Belgien sowie...keine Ahnung wofür Luxemburg steht. Ich werde berichten....
Utrecht (Holland)
Von Münster aus, wo wir uns ein Auto schnappten und somit auf den Backpacker-Status ein wenig verzichteten (dem die zwischenzeitlichen Hotelbesuche und Koffer voll mit Klamotten, eigentlich für den Chinaflug gepackt, eh den Rest gaben*g) machten wir uns auf den Weg nach Utrecht. Kleine Studentenstadt und man kann sie eigentlich nicht besser zusammenfassen als schnucklich. Denn wie mit so vielen japanischen Besucher dieses Städtchen teile auch ich den Run auf Miffy (oder Nijntje im holländischen)-ein kleiner Hase mit Kreuz als Mund und schwarzen Punktaugen, der als Vorbild für Hello Kitty gedient haben soll. Der Zeichner Dick Bruna, der Zeichner des kleinen Hasen, ist hier auch voll angesagt in Holland. Außerdem entdeckten wir hier im Süßigkeitenhaus das Leckersche weiße Lakritze, die man in heißer Milch auflöst. Und hören taten wir das erstes mal ein schönes Aaaarschabliiiift (Alsjeblift ist holländisch für Bitte, wir freuen uns aber jeden Arschablifter, den wir bekommen*g).
Für alle politisch interessierten: Utrecht war lange Zeit eine Hochburg in Holland, bekannt für Stoffhandel sowie der Union von Utrecht, in der die Holländer sich dazu entschlossen, zusammen mit Seefahrern die Spanier aus dem Land zu vertreiben. Dios mio, porqué no les gustaban los Espanoles???:)
Rotterdam (Holland)
In Rotterdam wurden wir begrüßt durch eine supernette Touristoffice-Frau (das nett scheint hier aber eher eine kulturell verankerte Qualität zu sein), die uns sagte: Rotterdam ist eine Businessstadt und am Wochenende ziemlich leer und gähnrich. Nun, es gibt ziemlich viele Clubs, ein gutes Nachtliniennetz und ein nie endendes Angebot an Biersorten. Da kommt man klar. Übrigens wird hier in Holland das Bier bis an den Rand gefüllt und die Bierkrone fein säuberlich mit einem Schaber abgekratzt. In Deutschland bleibt die ja bekanntlich drauf. Im Baltikum gabs ja gar kein Krönchen und in Spanien schüttet man die selbige einfach weg. Ist kultureller Unterschied nicht was feines?:) Auf jeden Fall huldigte ich dehmütig meinem Heiligen des letzten halben Jahres, denn der gute Herr Erasmus kommt aus Rotterdam. Einige schöne Straßen, Brücken und Parks machen die Stadt zudem ganz angenehm, wenn auch ein wenig langweilig. Haben aber das Budels Bier als bis jetzt Bestes der Tour entdeckt..
Kinderdijk, Gouda, Den Haag (Holland)
"ij" wird übrigens wie "ei" ausgesprochen, und der Dijk ist somit ein Deich sowie World Heritage. Dabei handelt es sich 38 gut erhaltene Mühlen aus dem 18. Jahrhundert, die dazu benutzt wurden, um das (viele) Wasser in Speicherkanäle und Schleusen umzuleiten. Schon beeindruckend, wenn auch die einzelnen Mühlen an sich dann doch nur Mühlen sind. Was ich aber ganz cool fand war, dass die Mühlen sich drehen konnten, je nach Windrichtung. Gar nicht so doof und ich frag mich, warum das die Windkrafträder von heute nicht können. Oder können sie? Und warum stehen dann meist die Hälfte still??
Superniedlich war ja einfach mal Gouda nech? Auch wenn Andy aufs gröbste enttäuscht war, dass Straßenschilder und Häuser nicht aus Käse waren. Viel schlimmer: wir haben nur einen Käseverkaufsladen gefunden und der hatte dank Sonntag zu. Lonely sagt, dass die Einheimischen ihren Käse gern für sich behalten. Ist ja normalerweise auch gut, aber wenn es sich doch um echten Käse handelt? Ich wiederum war ja einfach nur fasziniert. Hatte gedacht, dass Gouda halt genau das ist, was Andy gesucht hat-langweilige Stadt, viel Käse. Aber isses nicht. Vielmehr hat es son ein schönes Stadthaus mit kleinen roten Fensterlädchen, ein Abwägehaus dass wie der ganze Marktlatz so gotisch klein und schnieke poliert erscheint, eine Kirche die einfach hineinpasst in das Idyll aus Grachten und Herrenhäusern...ich also totalstens befriedigt. Leider konnte das Den Haag nicht. Vielleicht war es auch gar nicht die Schuld der Stadt. Es hat geregnet wie aus Eimern-den europäischen Gerichtshof haben wir also in alter japanischer Schnellknips-Manier abgearbeitet. Hatte aber auch was Gutes - haben dadurch aber eine Miffy-Ausstellung in der Bibliothek entdeckt (große leuchtende Augen meinerseits) bei unserer Suche nach einem bessern Ausblick auf "tits and penis" - einem Gebäude mit Türmen in besagter Form..Höhepunkte der Stadt sind aber auf jeden Fall der Europäische Gerichtshof und die Waffeln mit Sirup, die überall verkauft werden So dicker Sirup, auf den einem nach 2 Bissen die Lust vergeht..
Brügge
Nach meinem absoluten kulinarischen Höhepunkt in Middelburg (Poffertjes und „Snert“ Erbsensuppe) kamen wir nun in der Stadt an, die ja ach so große Schatten vor sich herzieht. Bitte einmal alle „Einmal Brügge sehen und sterben“ (oder „In Bruges“ für die englisch besaiteten) – der Film ist lustig und die Stadt kann sich der Filmemacher glücklich schätzen. Ich fands nämlich so mittel. Klar, viel alt und überhaupt ist die Innenstadt und der Kirchturm („Belfried“) Weltkuluterbe. Aber wieder einmal haben wir ein schönes Beispiel für Fälle, wo der Tourist selbst sein größter Feind ist. Hatten wir in Holland noch das Gefühl, voll einzutauchen zu können, da wir so ziemlich die einzigen Ausländer waren, drehte sich der Spieß um wie das Schwein am Selbigen. Und mir macht „Entdecken“ keinen Spaß, wenn 10 Leute mit Stadtplan neben dir stehen. Mein lieber fast blutsverwandter Thomas war in diesem Sommer mit seiner angetrauten Steffi wohl auch in Brügge. Kommentar: Schöne Stadt, zum Kaffeetrinken und Sonne genießen. Letztere ließ sehr zu wünschen übrig, außerdem hat unser Zimmer wie ein Farbtopf gerochen. Also ich wollte dem Filmtitel nach nicht sterben nach Brügge, da gibt’s sicher noch mehr zu sehen…
Ghent, Antwerpen
Toll wenn man sich vom Geburtstagsessen eine Magenverstimmung holt. Zum Glück gabs in Ghent eine tolle Suppenkette (Suppe lecker, Toilette gepflegt). Einen Belfried gabs auch hier, mehr leider nicht und so waren wir gegen frühen Abend schon in Antwerpen. Große Modestadt wird sie hinter der vorgehaltenen Hand genannt. Ich war eher fasziniert vom Diamantenviertel (nein, man sieht keine Diamanten, nur tolle Autos. Wie hieß noch mal diese Automarke? Masarati? Das ist doch gut oder? Nur war es das auch…Aumann). Der Herr Rubens kommt auch aus Antwerpen. Oder um es noch besser zu machen, der Gute kommt ja eigentlich aus Siegen. Cool nicht? Seine ganzen Bilder hat er trotzdem da gemalt. Viele Kirchen mit seinen Bildern gibt’s dort. Andy´s persönlicher Höhepunkt der Reise erfüllte sich am Haus, wo die erste Zeitung der Welt gedruckt wurde. Ich war froh eines neuen Weltkulturerbes: im Museum Platin-Moretus wurden nämlich erste Druckwerke industriell hergestellt.
Brüssel
Ok, Brüssel an einem Tag ist krass. Aber glaubt den Tourisinfos nicht-es ist auf jeden Fall schaffbar..find ich jetzt. Andy war da anderer Meinung*g Zu „Gunsten“ meines Zeitplans kam, dass der Königspalast nicht aufhat im Winter...Kleine Königskunde am Rande: In Holland wars ja Königin Beatrix, in Belgien ist König Albert der coolste im Stadt, in Luxemburg wird es Herzog Henri sein. Zum Königspalast ist zu sagen, dass dieser einen absolut interessanten Raum hat: einen Spiegelsaal, wo im Sommer tausende von Motten die Zimmerdecke grün färben sollen. Wie cool ist das?
Unsere Tour begann mit Janniken Pis (die „Schwester“ von Manneken Pis). Das kleine Mädel sitzt ein wenig naughty mit gespreiztem unbekleidetem Unterleib da und pullert in ein Becken. Sehr schön:) Einen Hund mit ausgestrecktem Bein gibt auch. Wie cool. Wir haben einen schönen Marktplatz gesehen (Weltkulurerbe mal wieder), bei Pizzahut All-you-can-eat gegessen (ich bin ein schlechter Touristiker, ich weiß), waren im Atomium...Das Atomium kennt wohl jeder. Hier aber ein paar interessante Facts. Das Atomium wurde für die 59er Expo gebaut um zu zeigen, dass belgisches Eisen das Beste ist (das Ding stellt auch ein Eisenatom dar...). Sind im schnellsten Fahrstuhl anno 59 gefahren (10 Knoten). Der Rest innen drin war so lala.. Cooler war da die Besichtigung vorher des Sacré-Coeur vorher. Die größte Kirche im Art Deko Stil der Welt. Aber nicht zu verwechseln mit der Gleichnamigen in Paris. Trotzdem ganz cool (immerhin die größte ihres Fachs, so wie der Kölner Dom die größte gotische ist...).
Aaaalso, da Architektur ein ganz wichtiges Thema auch in den Benelux ist, hier eine kleine Einführung: die wichtigsten Baustile, die man hier anfindet sind wohl der gotische (das sind die Kirchen mit pompösen Einlässen, vielen kleinen Statuen, Engelchen, Tierköpfen..halt vielvielviel und groß), der Art Deko Stil (hohe langgezogene und recht kantige Gebäude. Hinweiser sind Engelsstatuen und grüne Dächer) und der Art Nouveau Stil (Jugendstilbauten, viel blumig und verschnörkelt. Mussten wir uns natürlich anhand des Kulturerbes des Hortamuseums in Brüssel angucken, welches diesem Stil ein Denkmal gesetzt hat).
(Namur), Luxemburg, Masstricht
Wusstest ihr, dass Luxemburg nur 80000 Einwohner hat? Perfekt für unseren Durchreisetourismus*g
Weltkulturerbe ist die Innenstadt. Haben wir nur zu spät rausbekommen. Sind fasziniert um ein Tal gewandert, bei dem auf alte Stadtmauern und Gebäude gucken konnte. Doch irgendwann hat uns ein Hinweisschild auf (die dagegen enttäuschende) Altstadt geführt. Luxemburg ist nett... aber nix besonderes. Das Europaparlament ist genauso unspektakulär wie das Herzoghaus.. Aber Schokolaaaade..mhh..naja, obwohl an dem Tag nicht. Habe nämlich eine Trinkschokolade mit Meeressalz-Honiggeschmack probiert. Voll wiederlich..Da hat das Karnevalsbier in Masstricht schon besser geschmeckt:)